Trina Solar kritisiert Dumpingklage von Solarworld
20. Februar 2012 | Politik und Gesellschaft, TopnewsDas chinesische Photovoltaik-Unternehmen hält die eingereichte Petition der US-Tochter von Solarworld für den falschen Weg, sich gegen Konkurrenz zu schützen. Außerdem erwartet der Europa-Chef Ben Hill eine harte Konsolidierungsphase für die Photovoltaik-Hersteller.

Der Europachef von Trina Solar, Ben Hill, hat die Dumpingklage der US-Solarworld-Tochter gegen chinesische Photovoltaik-Unternehmen kritisiert. "Das ist das falsche Mittel, um sich gegen Konkurrenten durchzusetzen", sagte er dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Ähnliche Verfahren hätten gezeigt, dass dies der falsche Weg sei, um sich gegen starke Konkurrenz zu schützen. „"Wir haben keine speziellen Subventionen erhalten", sagte Hill weiter. Er verwies darauf, dass der chinesische Photovoltaik-Hersteller ganz reguläre Kredite von den Banken zu marktüblichen Konditionen erhalten habe. Zudem müsse Trina Solar, als Unternehmen das an der New Yorker Börse gelistet ist, alle Dokumente offen legen. Ähnlich hatten sich zuvor auch Vertreter des chinesischen Photovoltaik-Herstellers Suntech geäußert.
Hill glaubt, dass die Subventionsvorwürfe „nur ein Ablenkungsmanöver“ von Photovoltaik-Unternehmen aus den USA und Europa seien. Dies habe Solarworld aber gar nicht nötig, so der Europa-Chef von Trina Solar weiter. Hill geht von einem schwierigen Jahr für Photovoltaik-Unternehmen aus. Viele Hersteller kämpften ums Überleben. Trina Solar wolle aber diese Konsolidierungsphase nicht für Übernahmen nutzen, sondern aus eigener Kraft weiter wachsen. Derzeit seien jedoch keine Investitionen in neue Fabriken geplant. Allerdings werde die bestehende Solarzellen-Produktion weiter verbessert. Mit Blick auf den Preisverfall sagte Hill: "Wenn wir denselben brutalen Preisverfall wie im vergangenen Jahr erleben, werden viele Hersteller nicht überleben." Er geht auch von einer Verlagerung auf den Photovoltaik-Märkten aus. Deutschland und Italien würden in den nächsten Jahren schrumpfen, dafür werde das Geschäft in Indien, China und den USA aber weiter anziehen.
Die US-Tochter des Bonner Konzerns Solarworld hatte gemeinsam mit sechs weiteren US-Herstellern im Oktober eine Petition beim US-Handelsministerium und der Internationalen Handelskommission eingereicht. Die Photovoltaik-Unternehmen haben sich in der Coalition for American Solar Manufacturing (CASM) zusammengeschlossen. Bis auf Solarworlds US-Tochter blieben die übrigen Hersteller allerdings anonym. In ihrer Petition werfen sie der chinesischen Photovoltaik-Konkurrenz vor, dass sie wegen der massiven finanziellen Subventionen von Seiten des Staates ihre Solarzellen und Solarmodule zu Dumpingpreise anbieten könnten und somit Marktanteile in den USA erobert hätten. Zudem wird chinesischen Unternehmen in der Petition die Verletzung von Sozial- und Umweltstandards in ihren Produktionen vorgeworfen.
Die chinesischen Photovoltaik-Hersteller haben die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. Sie haben sich mittlerweile ebenfalls zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die Petition vorzugehen. Sie verwiesen auf eine Analyse des chinesischen Verbands CREIA, wonach die Erhebung von Strafzöllen von 100 Prozent zu einem Verlust von jährlich zwei Milliarden US-Dollar bei den chinesischen Produzenten führen könnte. Die Koalition für erschwingliche Solarenergie (CASE) in den USA hat Solarworld kurz vor Weihnachten aufgefordert, seine Klage zurückzunehmen. Dies lehnte der Chef der US-Solarworld-Tochter Gordon Brinser jedoch ab. Für Anfang März wird eine vorläufige Entscheidung erwartet. Solarworld prüft derzeit eine ähnliche Klage auch auf EU-Ebene. (Sandra Enkhardt)
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