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Nachhaltigkeit braucht viele Innovationen

Schwarzburger: Obwohl die Preise langsam wieder steigen, bleibt der wirtschaftliche Druck auf die Hersteller der Zellen und Module enorm. Energie, Material und Arbeitskräfte einzusparen, ist das Gebot der Stunde.

Ullrich: Grüne Energie erfordert grüne Produktion. Ökonomie und Ökologie gehen Hand in Hand. Ressourcen zu schonen, wird für die gesamte Wertschöpfungskette essenziell.

Schwarzburger: Es geht auch um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und um menschenwürdiges Management. Was nützt die Energiewende, wenn das Silizium aus Zwangsarbeit kommt oder die Arbeiter in den Modulfabriken bis aufs Blut ausgebeutet werden?

Ullrich: Hier hat die Solarwirtschaft eine Vorbildfunktion, von der ihre Glaubwürdigkeit abhängt. Wo Grün draufsteht, muss auch Grün drin sein – und zwar wirklich Grün.

Schwarzburger: Ressourcen schonen, Humankapital sozial einsetzen, Kreisläufe schließen: Damit zeigt die Solarindustrie, wohin die globale Wirtschaft tendiert. Denn diese Aufgabe steht vor allen Industrien.

Ullrich: Letztlich wird die Wettbewerbsfähigkeit davon abhängen, wie schlank die Produktion der Zellen und Module organisiert werden kann. Dies ist der Weg, der sich andeutet, um die Industrie nach Europa zurückzubringen.

Schwarzburger: Regionale Wertschöpfung und kurze Wege von den Zulieferern zu den Werken und den Solarkunden sind nachhaltig. Auch wenn sich das im Preisgefüge derzeit noch nicht abbildet.

Ullrich: Der Transport ist noch zu preiswert, gemessen an den Emissionen, die zum Beispiel die Seefracht oder Luftfracht aus Asien nach Europa verursacht. Doch das wird sich ändern, denn die Emissionen werden nun eingepreist – in wachsendem Maße.

Schwarzburger: Dadurch steigt der Druck, die Wertschöpfungskette auf Einsparungen zu durchforsten. Das wiederum wird Innovationen freisetzen, technische und ökonomische Innovationen.

Ullrich: Und sicher auch soziale Neuerungen, etwa bei den Arbeitszeitmodellen oder der Einbindung von Experten, die eigentlich schon im Rentenalter sind – aber immer noch arbeiten wollen.

Schwarzburger: Die Industrie ist im Umbruch, ebenso die Lieferketten. Der Wandel erfolgt nicht über Nacht, er kommt schleichend. Er ist das Ergebnis der Arbeit von vielen Tausend, Millionen Menschen in unserer Industrie – weltweit.

Ullrich: Wir dürfen gespannt sein, welche Neuerungen uns zur Smarter E Europe im Mai in München erwarten. Ich bin überzeugt, dass Nachhaltigkeit ein neuer Megatrend wird.

Schwarzburger: So dreht sich die Innovationsspirale weiter. Die Konzentration gewaltiger Werke in China ist nicht das Ende der solaren Energiewende, sondern eine Episode auf dem langen Weg zu sauberer Energie, zu sauberen Produkten. Das nächste Kapitel ist längst eröffnet.

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