2023 und auch in diesem Jahr hielten Meldungen über brennende Stromspeicher und E-Autos die Branche in Atem. Bei stationären Speichern war vor allem ältere Generationen von Heimspeichern betroffen, die sukzessive ausgetauscht werden. Auch andere Anbieter von Heimspeichern haben Risiken analysiert und ältere Modelle ausgetauscht.
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Brände bei Großspeichern
Sogar Großspeicher brannten. Im Frühjahr berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk über einen Brand am Solarpark Priestewitz in Großenhain bei Dresden. Dort schlugen Flammen aus einem Speichercontainer, starke Rauchentwicklung war weithin zu sehen.
Ein Arbeiter wurde verletzt. Ein neben dem Container stehendes Auto brannte gleichfalls aus. Der MDR zitiert Thomas Fischer, den zuständigen Kreisbrandmeister. Nach seinen Worten sei ein Lithiumspeicher in Brand geraten.
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Der Solarpark in Priestewitz (13,5 Megawatt) wurde im März 2022 in Betrieb genommen. Er wurde von den Leipziger Stadtwerken und dem Stromerzeuger Quair errichtet. Die Hybridanlage war seinerzeit das erste Projekt der Innovationsausschreibung, das in Sachsen ans Netz ging.
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Schwierige Löscharbeiten
Der Großspeicher kann 3,7 Megawattstunden Sonnenstrom speichern, seine Entladeleistung beträgt 3,7 Megawatt. Das Batteriesystem und die Leistungselektronik befinden sich in einem gesicherten 40-Fuß-Container.
Nach Angaben der Feuerwehr gestalteten sich Löscharbeiten aufgrund von Wassermangel und der leicht entzündlichen Lithiumbatterien schwierig. Angaben zur Ursache des Brandes wurden bislang nicht gemacht.
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Vermehrt in der Öffentlichkeit diskutiert
Dass brennende Speicher vermehrt in der Öffentlichkeit diskutiert werden, dieses Schicksal teilt die Speicherbranche mit den Anbietern von E-Autos. Das Internet ist voll von Filmchen über teure E-Boliden, die in Flammen aufgehen. „Die Brandfälle von Lithium-Ionen-Speichern haben 2023 in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich zugenommen“, sagte Ralf Haselhuhn von der DGS Berlin-Brandenburg beim Fachforum auf der Speichermesse EES Europe im Juni in München. Bis zum Sommer 2024 zählte er mehr als hundert überregionale Presseartikel zu diesem Thema.
Brandregister seit 2013
Um die emotionale Debatte zu versachlichen, führt die DGS ein Brandregister. Seit 2013 sammelt sie alle Fälle von stationären Speichersystemen, die in Brand geraten sind. 2020 wurde acht Schadensereignisse gezählt, 2021 fünf. 2022 stieg die Zahl auf 17, 2023 auf 42. Bis Mitte Mai 2024 wurden 17 Speicherbrände erfasst. Der Experte rechnete vor: „Seit 2013 waren es in Summe 104 Brandfälle.“
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In seinem Vortrag verwies er darauf, dass sich andererseits die Zahl der installierten Speichersysteme dramatisch erhöht hat. 2020 wurden 88.000 stationäre Batteriespeicher neu installiert. 2021 waren es bereits 141.000, 2022 rund 211.000. Im Jahr 2023 wurden 573.000 neue Speicher in die Gebäude gebracht. Bislang sind rund 1,4 Millionen Speichersysteme in Deutschland installiert. Haselhuhn resümierte: „Das Risiko eines Brandfalls liegt bei 0,005 bis 0,01 Prozent. Es ist extrem gering.“ (gekürzt, HS)
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