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Die Solarwirtschaft warnt vor einem Zubaueinbruch neuer Solardächer im kommenden Jahr. Gleichzeitig drohe die Stilllegung älterer Solarstromanlagen.
Das Bundeskabinett will alle Dachanlagen ab 500 Kilowatt in die Ausschreibung zwingen. Sie sollen den Sonnenstrom preiswert erzeugen und danach an die Energieversorger schön billig abgeben – finanziert durch die EEG-Umlage von Millionen Stromkunden. Sehr pikant.
Vor 30 Jahren wurde Deutschland eins. Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen – hieß es in der DDR. Das begreift niemand so gut, wie die Beamten des BMWi. Im Entwurf zum EEG 2021 liebäugeln sie mit dem demokratischen Zentralismus sowjetischer Prägung. Danke, Genossen!
Bereits in wenigen Jahren droht eine Stromlücke, weil alte AKW und Kohlemeiler vom Netz gehen. Andererseits wächst der Strombedarf durch die E-Mobilität und die Sektorkopplung bei Wärme und Kälte. Der Kabinettsentwurf zum EEG missachtet den steigenden Bedarf, bremst die Photovoltaik aus. Ein Schelm, wer böse Absicht unterstellt.
Kaum ist es gelungen, den 52-Gigawatt-Solardeckel im EEG zu kippen, steht die Solarbranche in Deutschland vor neuen Herausforderungen. Am 27. Oktober informiert der Verband über die Konsequenzen der geplanten Novelle.
EEG-Novelle: Der CEO von Solarwatt aus Dresden fordert von der Bundesregierung, dass sie die solare Energiewende beflügelt, statt behindert. Denn neue bürokratische Hürden treffen vor allem private Endkunden, investitionsfreudige Unternehmer – und die deutsche Solarindustrie.
Die Netzbetreiber erwarten, dass 2021 bei den Öko-Kraftwerkskapazitäten lediglich die Photovoltaik nennenswert wachsen wird. Die Solarwirtschaft warnt unterdessen vor Markteinbruch bei Solardächern und fordert Nachbesserungen am EEG-Entwurf.
Traditionell verkündet die Bundesnetzagentur am 15. Oktober die EEG-Umlage für das nächste Jahr. In diesem Jahr fällt die Spannung aus.
Eine Diskriminierung von Photovoltaikbetreibern sei unvereinbar mit EE-Richtlinie der EU. Rechtsgutachten belegten das. Die EEG-Novelle müsse nachgebessert werden.
Trotz den jüngsten Streits um das EEG 2021 ist die solare Energiewende nicht mehr aufzuhalten. Im Gegenteil: Jetzt schlägt die Stunde der Visionäre. Der Ausbau der Photovoltaik, Stromspeicher, Sektorkopplung und E-Fahrzeuge braucht viele kreative Ideen.
Der Entwurf aus dem Bundeskabinett offenbart erschreckende Hilflosigkeit in Sachfragen. Statt die Energiewende zu gestalten, macht sich die Groko zur Geisel der Ministerialbeamten. Wenn jetzt der Bundestag und die Länder keine Machtwort sprechen, ist die Demokratie in einer schweren Krise.
Lichtblick und EWS sehen gewaltige Potenziale in der Photovoltaik. Wenn die EEG-Umlage und weitere Hürden fallen, könnte der Zubau bei Kleinanlagen in zehn Jahren bis 140 Gigawatt erreichen.
Eine Umfrage in der Solarbranche attestiert der geplanten EEG-Novelle schlechte Noten: 97 Prozent der über 1.000 teilnehmenden Unternehmern erwarten einen Marktrückgang bei Solardächern.
BEE lehnt den Entwurf von Bundesminister Peter Altmaier (CDU) ab. Die Strafsteuer auf selbsterzeugten und vor Ort verbrauchten Sonnenstrom verstößt gegen die Vorgaben der Europäischen Union. Zudem sind neue Hürden geplant, um die solare Energiewende auszubremsen.
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) fordert Erleichterungen für Sonnenstrom, statt neue Hürden. Und er fordert: Die EEG-Umlage abschaffen!