Die gute Nachricht zuerst: Ende Januar lag der Zubau bei den kleineren Photovoltaikanlagen bis ein Megawatt höher als im Dezember 2024. Vor allem das Gewerbesegment mit 100 bis 1.000 Kilowatt verzeichnet einen Zubau von über 30 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dennoch lag der Januar in der Summe deutlich unterm Dezember. Denn es wurden deutlich weniger Solarparks installiert.
Weniger Solarparks zugebaut
Im Januar 2025 machten Solarparks nur knapp ein Fünftel aller neuen Photovoltaikanlagen aus. „Nach Rückenwind fühlt sich das noch nicht an“, analysiert Kai Lippert. Er ist Geschäftsführer des norddeutschen Großhändlers EWS aus Handewitt.
Jeden Monat bereitet er die Zahlen der Bundesnetzagentur auf, um Trends im Markt frühzeitig zu erkennen. „Es gibt aber einige Indikatoren, die eine steigende Nachfrage wahrscheinlicher machen.“
Um das 21. Jahr der EEG-Vergütung voll auszunutzen, wurden Inbetriebnahmen in der Vergangenheit oft vom letzten Quartal des Vorjahres auf den folgenden Januar verzögert. Im Dezember 2024 war jedoch bekannt geworden, dass die neuen EEG-Regelungen statt zum Januar 2025 erst einen Monat später in Kraft treten. Dementsprechend wird die Inbetriebnahme vieler Anlagen verzögert, um in den Genuss der neuen Regelungen zu kommen.
Mehr Speicher für Gewerbekunden
Schwach sind die Stromspeicher gestartet, der Abwärtstrend aus dem Vorjahr setzte sich in die ersten Wochen von 2025 fort. Im Vergleich zum Januar 2024 hat sich die im Januar 2025 neu installierte Kapazität beinahe halbiert. Auch die Anmeldung neuer Großspeicher (über 1.000 Kilowattstunden) blieb weit hinter den Vormonaten zurück. „Wir merken seit einigen Monaten ein wachsendes Interesse an der Eigenstromnutzung beziehungsweise Tarifoptimierung“, kommentiert Jan Paul Dahm, ebenfalls Geschäftsführer von EWS. „Die Kompensation unstetiger Einstrahlungswerte durch effektive Stromspeicher und das neue Angebot an dynamischen Stromtarifen macht Solarstromanlagen immer attraktiver, vor allem für Gewerbetreibende.“
Solarspitzengesetz durchgebracht
Die unstete Entwicklung zum Jahresbeginn setzte sich im Februar und März fort, auch wenn der Zubau an Fahrt gewann. Die Bundestagswahl hat zunächst keine neuen Unsicherheiten ins Solargeschäft gebracht. Denn CDU und SPD hatten andere Themenfelder, sich zu reiben.
So gilt das neue Solarspitzengesetz, das die scheidende Ampelkoalition noch kurz vor Jahresende durch den Bundestag brachte. Das Paket enthielt Änderungen am Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) und im EEG. Wesentliche Neuerung: In Phasen negativer Preise an der Strombörse wird die EEG-Vergütung für Solaranlagen ausgesetzt und ans Ende des Vergütungszeitraums verschoben. Die Direktvermarktung wird von Bürokratie entlastet, zumindest ist dieser Prozess in Gang gekommen.
Zudem wurden Smart Meter neu geregelt und etliche Vorschriften der Stromwirtschaft angepasst. Der Anschluss von Stromspeichern ans Netz wurde flexibilisiert und vereinfacht.
Preise erreichen Talsohle
So wurde aus Sicht der Politik das Mögliche versucht und weitgehend erreicht. Die weitere Marktentwicklung hängt nunmehr vor allem davon ab, wie sich die Preise entwickeln. Zum Jahresende 2024 war klar geworden, dass die seit mehr als 18 Monaten abwärts weisende Spirale die Talsohle erreicht hat.
Kurz nach dem Jahreswechsel tat sich bei den Modulpreisen noch nicht viel, weder bei Produkten mit sehr hohen Wirkungsgraden (High Efficiency), noch bei anderen Modulklassen. Im monatlichen Preisindex der Handelsplattform PVXchange war auch bei Full-Black-Modulen bestenfalls eine Seitwärtsbewegung erkennbar.
Allerdings verschlechterte sich die Verfügbarkeit ausgewählter Produkte. Bei Solarmodulen waren vor allem die höchsten Leistungsklassen betroffen. Bei Projektmodulen für Solarparks gab es ebenfalls erste Anzeichen von Verknappung. Sie werden vornehmlich auf Bestellung produziert. Freie Mengen gibt es nur, wenn bereits beauftragte Projekte abgesagt oder verschoben wurden.
Wechselrichter und Speicher hakten
Beim kurzfristigen Zugriff auf Wechselrichter und Speichersysteme bestimmter Marken und Typen hakte es im Januar deutlich. Viele Lieferanten versuchten, ihre Kunden auf Alternativprodukte umzustellen. Gründe waren die nach der Weihnachtspause erst langsam wieder in Gang kommenden Auslieferungen der Speditionen und Frachtführer. Möglicherweise wollten einige Anbieter ihre Ware künstlich verknappen, um die Preise zu beleben. Denn der Preiskampf im vergangenen Jahr war mehr als mörderisch, langsam geht den Herstellern und Händlern – sofern sie überhaupt noch am Markt sind – die Luft aus.
Altware wird zunächst verbaut
Noch im November und Dezember letzten Jahres wurden Tiefstpreise gehandelt. Es ging darum, Altware aus den Lagern und von den Schiffen zu bekommen. Andernfalls hätten die Überbestände die Abschlussbilanz des Jahres verhagelt und Abschreibungen erforderlich gemacht.
Diese Ware kam im Januar in Umlauf oder wurde als Reserve bei den Errichtern in Lager gelegt. Dieses Phänomen kehrt jedes Jahr wieder: Im ersten Quartal eines Jahres hält sich der Bedarf an Neuware in Grenzen. Bis die vorrätige Ware in Projekten verbaut ist, kann es eine Weile dauern.
Aufwärtstrend im Februar
Nachdem sich die Preise zu Jahresbeginn seitwärts bewegt hatten, war im Februar erstmals ein Aufwärtstrend erkennbar. Nach Angaben von PVXchange erfasste dieser Trend alle Leistungsklassen, auch Module mit sehr hohen Wirkungsgraden.
Allerdings war der Anstieg bei High-Efficiency-Modulen sehr klein, kaum ein Zittern in der Preiskurve. Das dürfte sich aber sehr bald ändern. Mittlerweile gibt es nur noch wenig Altware im Markt. Soll heißen: Fortan sind es nicht mehr Überkapazitäten und übervolle Lager, die die Preise bestimmen. Sondern Neuware – und mit ihr neue Preise – bestimmt den Markt.
Neue Lieferungen erst im April
Die künstliche Verknappung zeigte Wirkung. So wurden in Asien etliche Werke oder Linien geschlossen. Die Folge: Module mit höheren Leistungen könnten knapp werden, zumal Nachschub in absehbarer Zeit nicht in Sicht ist. Große Anbieter aus Asien haben neue Lieferungen ihrer Produkte erst wieder für April oder Mai angekündigt. Dabei handelt es sich vornehmlich um Distributionsware für kleinere bis mittlere Photovoltaikanlagen.
Einige Händler reagierten bereits mit Vorratskäufen. Die gesicherte Ware wird aber nicht mehr zu Schnäppchenpreisen in den Markt gedrückt, sondern neu eingepreist und zurückgehalten. Konkret heißt das: Die Modulpreise werden bis mindestens zu Beginn des zweiten Quartals zwar moderat, aber kontinuierlich steigen.
EPC kaufen direkt bei Herstellern
Projektmodule unterliegen eigenen Spielregeln bei der Verteilung und nutzen eigene Strukturen. Große EPC ordern direkt bei den Produzenten. Diese Ware wird nicht nach einzelnen Containern bemessen, sondern nach kompletter Schiffsfracht mit Hunderten Containern an Bord. Die Preise dieser in der Regel auf Bestellung gefertigten und gelieferten Ware sind aufgrund des längeren Vorlaufs nicht so volatil.
Und letztlich werden die Preise auch davon abhängen, wie sich die Nachfrage in diesem Jahr entwickelt. Das wiederum dürfte erheblich davon abhängen, welchen Kurs die neue Bundesregierung fährt.

Foto: PVXchange

Foto: PVXchange

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Segensolar
Kostal neu im Angebot des Großhändlers
Der Fachhändler Segensolar und Kostal Solar Electric haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Kunden von Segensolar können nun auf ein noch breiteres Angebot an Wechselrichtern zurückgreifen. Sie erhalten auch das Smart Meter und die Wallbox Enector.
Sowohl der Großhändler als auch Kostal stehen für hohe Qualitätsstandards und Zuverlässigkeit. Kostal sei bekannt für Qualität und Innovationskraft im Bereich der Solartechnik, betont Sven Armbrecht, Leiter Vertrieb und Marketing bei Segensolar. Ausschlaggebend für die Aufnahme ins Portfolio seien daher „made in Germany sowie Cybersicherheit, Notstromversorgung und dynamische Stromtarife” gewesen. „Durch die Partnerschaft können wir unseren Kunden ein noch breiteres Spektrum an effizienten und zuverlässigen Lösungen anbieten“, sagt Armbrecht.
Segensolar verspricht Installateuren, qualitativ hochwertige Solarlösungen für private und gewerbliche Projekte anzubieten sowie persönliche Beratung und technische Unterstützung zu leisten. „Die Zusammenarbeit ist für uns ein bedeutender Schritt, um unsere Reichweite im Markt zu erweitern und unsere Produkte einer breiteren Kundenschicht zugänglich zu machen“, erklärt Hans-Bernd Wiesener, Vertriebsleiter DACH-Region bei Kostal.
Ritter Energie
Sortiment für Handwerker erweitert
Paradigma und Ezee Energy sind seit Jahresbeginn zu Ritter Energie verschmolzen. Künftig werden Produkte für Strom und Wärme angeboten. Das Großhandelssortiment Pure Line ermöglicht Partnern aus dem installierenden Handwerk mehr Auswahl.
Ziel ist es, dem Handwerk aus einer Hand die besten Systeme, Produkte und Dienstleistungen zu bieten, um Gebäude effizient und nachhaltig mit sauberer Wärme und Strom zu versorgen. Mit dem neuen Sortiment Pure Line agiert Ritter Energie nun auch als Großhändler.
Das Angebot umfasst qualitativ hochwertige Produkte und Systeme namhafter Hersteller zu marktgerechten Preisen. Photovoltaikmodule werden ausschließlich in dieser Linie angeboten. Das attraktive Programm mit zahlreichen Services, Boni und Schulungen ist für alle Handwerkspartner zugänglich.

Foto: Ritter Energie
IBC Solar
Partnerschaft mit Huawei Fusionsolar
Der fränkische Fachhändler ergänzt ab April 2025 sein Angebot um die Produkte von Huawei Fusionsolar. Dadurch bietet IBC Solar seinen Kunden eine größere Auswahl an hochwertigen Wechselrichtern, Speichern, Wallboxen und Zubehör. Neben den bekannten Wechselrichtern werden auch die Speicherlösungen für Eigenheime und Gewerbe bei IBC Solar erhältlich sein.