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Das neue Lieblingsbild der deutschen Baubranche mutet modern an: Drei oder vier Etagen, oben ein zurückgesetztes Staffelgeschoss mit Gründach, umlaufende Dachterrassen, ein paar Solar. Das sei effizient, ökologisch, förderwürdig, zukunftsfähig. Ein Irrtum, denn diese Geschichte stimmt nicht. Von Professor Timo Leukefeld
Neue Lösungen erlauben die fachgerechte Installation von Solarmodulen auf historischen Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen. Der Markt bietet mittlerweile viele erprobte Lösungen an, um sie mit Solarmodulen auszustatten – das ist das Thema dieses Spezials.
PV on Tour: Izzet Bayik ist Gründer und Geschäftsführer von Solar Roof. Mit der Indach-Lösung Solrif von Ernst Schweizer erschließt er denkmalgeschützte Dächer für Solarstrom. Warum er nur noch Projekte mit Solrif baut und welche Neuheiten Ernst Schweizer bietet, erfahren Sie im Video!
Mit integrierten Solarmodulen lassen sich auch strenge Auflagen erfüllen. Mit erprobten Systemen sind versierte Dachhandwerker im Vorteil. Die Qualität der Installation spielt eine wesentliche Rolle. Sven Ullrich
Dachhandwerker scheuen oft vor der Montage von dachintegrierten Anlagen zurück. Dr. Helge Hartwig, Vertriebsleiter Indach bei der Ernst Schweizer AG, erklärt anhand des Solrif-Systems, wie einfach die Montage ist und welche Unterstützung Handwerker bekommen. Ein Interview
Die 200 Jahre alte Kirche des Kapuzinerklosters in Mürzzuschlag wurde auf drei Seiten mit solaren Dachelementen eingedeckt. Die Einzelziegel haben sich bewährt, denn der historische Dachstuhl blieb erhalten. Sven Ullrich
Der Denkmalschutz verlangt angepasste Systeme für die Solarinstallation auf dem Dach. Die Hersteller arbeiten daran, die Varianten ihrer Lösungen weiter auszubauen. Die richtige Farbe steht dabei im Vordergrund. Sven Ullrich
für Solarhandwerker
Innovationen • Neue Systeme für historische Gebäude
Genehmigungen • Tipps und Hinweise für Planer
Markt • Mehr Auswahl bei Solarmodulen und Indachmontage
Gebäudeintegrierte Photovoltaik scheitert in der Praxis oft an fehlendem Knowhow bei der Planung. Ein Konsortium um das Fraunhofer ISE hat deshalb einen webbasierten Planungsleitfaden entwickelt. Er soll Architekten und Planern helfen, passende Lösungen schon in frühen Projektphasen zu finden.
Forscher des Fraunhofer ISE haben eine Technik entwickelt, mit der sich realistische Muster und Motive direkt auf Solarmodulen darstellen lassen. Möglich machen das farbige Folien mit präzise geschnittenen Aussparungen. Die Technologie eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten – besonders für sensible Bauumgebungen.
Auf dem Park-and-Ride-Platz an der Leipziger Messe sollen 15 Solar-Carports mit einer Leistung von insgesamt einem Megawatt entstehen. Der Freistaat Sachsen fördert das Pilotprojekt mit zwei Millionen Euro.
Der spanische Modulhersteller Eurener hat mit dem Nexa Matte ein Solarmodul mit mattierter Glasoberfläche vorgestellt. Es soll Blendung auf unter zwei Prozent Reflexion senken.
Das österreichische Solarunternehmen Sunbooster erweitert sein Zaunsolar-Sortiment. Mit dem neuen Produkt Vertical+ lassen sich Solarmodule an Doppelstabmattenzäunen auf bis zu 100 Meter Länge kombinieren – und dreiphasig einspeisen.
Im Autowerk in Dingolfing wurden drei Türme mit Solarmodulen von Heliatek verkleidet. Zusammen leisten sie rund 22 Kilowatt. Das Solarsystem wurde innerhalb weniger Tage auf die Betonflächen aufgebracht.
Neue Eckpunkte beschreiben die Vorgaben für Brandversuche von Modulen für Solarfassaden. Wenn ein Modul ein Zertifikat erhalten hat, gilt dieses auch unter bestimmten Umständen, wenn andere Komponenten verwendet werden.
Innovation ▪ Photovoltaik-Thermie-Systeme nutzen die Fläche sehr effizient. In einem Projekt an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig wurde ein fassadenintegriertes System mit organischer Photovoltaik entwickelt. Ein Praxisreport
Integration ▪ Solarmodule auf Dächern sind längst ein gewohnter Anblick. Vertikal an Fassaden installiert sind nach wie vor eine Seltenheit. Dabei passt ihr Stromertrag ideal zum Wärmebedarf in den kalten Monaten, wenn die Sonne tief steht. Herbert Grab
Auf dem Dach des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme in Dresden wurden 26 Solarmodule installiert, an der Fassade weitere 84 Module. Die Investition amortisiert sich bereits nach wenigen Jahren.
Wenn Solaranlagen an Fassaden bestimmte Voraussetzungen erfüllen, müssen sie nicht mehr behördlich genehmigt werden. Die neue Raumplanungsverordnung regelt auch Solaranlagen außerhalb von Ortschaften neu.
Die Module wurden direkt an der Glasfassade befestigt. Dadurch schmilzt das Eis nicht mehr in der Nachmittagssonne und die Module liefern Strom für die Kälteanlagen.
Photovoltaik-Thermie-Systeme nutzen die Fläche sehr effizient. In einem Projekt an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig wurde ein fassadenintegriertes System mit organischer Photovoltaik entwickelt.
Die Wiener Linien haben in Kooperation mit Wien Energie erstmals eine BIPV-Anlage in die Glasfassade einer U-Bahnstation integriert. Die Anlage befindet sich am Osteingang der U6-Station Floridsdorf. Rund 60 Prozent der Fläche sind mit lichtdurchlässigen Solarmodulen ausgestattet.
Versorger Wien Energie hat auf dem Dach der Wiener Staatsoper eine Photovoltaikanlage mit 100 Kilowatt installiert. Die Anlage nutzt spezielle grüne Glas-Folien-Module – und vereint so Denkmalschutz und Solarstromerzeugung.
Im Projekt Design-PV entwickelt das Fraunhofer FEP mit Partnern Dekorfolien für Solarfassaden, die von herkömmlichen Fassadenelementen kaum zu unterscheiden sind. Erste Tests zeigen: Die Module erreichen bis zu 80 Prozent der Leistung von Solarmodulen ohne Dekor.
Mit einer Photovoltaikfassade wird das aktive Mehrfamilienhaus möglich. Denn die Dachfläche reicht meist für die Eigenversorgung nicht aus. Dabei spielen die Ästhetik und auch ein durchdachtes Betriebskonzept eine wichtige Rolle. Sven Ullrich